KEM Grat² · Gratkorn & Gratwein-Straßengel
Gratkorn und Gratwein-Straßengel bilden gemeinsam die Klima- und Energiemodellregion Grat².
Über das Programm
Klima- und Energie-Modellregionen (KEM) sind ein Programm des Klima- und Energiefonds. Dabei schließen sich Gemeinden zusammen, die gemeinsam daran arbeiten, erneuerbare Energien auszubauen, Energie zu sparen und konkrete Klimaschutzmaßnahmen vor Ort umzusetzen.
Geschichte & Ziel
Die KEM Grat² wurde 2019 von den Gemeinden Gratkorn und Gratwein-Straßengel gegründet und startete nach der Konzeptphase im Jahr 2022 in die zweijährige Umsetzungsphase, in der zahlreiche Projekte in den Bereichen Energie, Mobilität und Bewusstseinsbildung realisiert wurden.
Mittlerweile ist die KEM Grat² in der Weiterführungsphase 1, in der erfolgreiche Maßnahmen weitergeführt, vertieft und neue Schwerpunkte – etwa bei Mobilität, Energie und regionaler Zusammenarbeit – gesetzt werden. Ziel der KEM Grat² ist es, gemeinsam mit Bürgerinnen, Betrieben und Gemeinden die Region Schritt für Schritt klimafit zu machen, den Ausstieg aus fossilen Energien voranzutreiben und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Seit 2025 ist die Region zusätzlich eine KLAR! (Klimawandel-Anpassungsmodellregion), was bedeutet, dass neben dem Klimaschutz nun auch gezielt Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels – wie Hitze, Starkregen oder Trockenheit – entwickelt und umgesetzt werden. Ziel ist es, die Region gemeinsam mit Bürgerinnen und Betrieben nachhaltig, klimafit und zukunftssicher zu gestalten. Mehr zur KLAR! Grat² →
Aktuelle Maßnahmen
Schwerpunkt
Die Gemeinden führen für ihre Gebäude (Ämter, Schulen, Bauhöfe, etc.) ihr Energiebuchhaltungssystem weiter. Dies ermöglicht eine genaue Einsicht in die energetische Situation und potenzielle Einsparungen. Zusätzlich erfolgt eine weitere Digitalisierung der Daten. Insgesamt kann somit noch zielgerichteter möglichen Fehlentwicklungen gegengesteuert bzw. können Sanierungsmaßnahmen abgeleitet werden.
Alle Gemeindegebäude werden auf ihre Eignung für Photovoltaik-Anlagen geprüft. Wo eine Anlage sinnvoll ist, wird die Umsetzung inklusive Finanzierung vorbereitet, ungeeignete Gebäude werden vorher saniert. Zusätzlich entwickeln die beiden Gemeinden gemeinsam eine Freiflächenstrategie, die zeigt, wo und wie PV-Anlagen auch abseits von Dächern entstehen können. Wer selbst eine Energiegemeinschaft gründen möchte, findet im Büro der KEM eine eigene Beratungssprechstunde.
Schritt für Schritt wird der energetische Zustand der Gemeindegebäude erhoben, etwa durch Energieausweise und Begutachtungen. Daraus abgeleitete Sanierungsvorschläge reichen vom Fenstertausch bis zur kompletten Heizungsumstellung. Smarte, digitale Heizungssteuerungen sollen einzelne Gebäude künftig zentral und wettergesteuert beheizen. Parallel dazu informieren Veranstaltungen die Bevölkerung und Betriebe über die Möglichkeiten eines Heizungstauschs, ergänzt durch persönliche Energieberatung.
Interessierte Pelletsheizungs-Besitzer:innen schließen sich zu einer Einkaufsgemeinschaft zusammen. Mit Pelletsproduzenten werden Konditionen verhandelt, die Auswahl erfolgt nach festgelegten Kriterien wie Preis, Qualität, Nachhaltigkeit und Entfernung. Als Bonus bietet die KEM den Teilnehmenden zusätzlich eine Wartung ihrer Heizanlage sowie Informationen zum optimalen Betrieb an.
Schwerpunkt
Das Mobilitätsverhalten in der Region wird neu erhoben und mit früheren Daten verglichen, um zu sehen, welche Maßnahmen bereits gewirkt haben. Daraus werden weitere Schritte abgeleitet, von Infrastrukturausbau über verkehrsberuhigte Zonen bis zu Fahrradstraßen. Zählstationen für den Radverkehr und mehr Sichtbarkeit für Mitfahrbörsen und -bankerl sollen das Bewusstsein für Mobilität abseits des Autos stärken. Für Kinder und Jugendliche gibt es Workshops zu Radfahrtraining, Radreparatur und sicherem Verhalten im Verkehr.
Schwerpunkt
In den öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken der Region entsteht ein eigener Bereich mit Büchern, Hörbüchern und Fachzeitschriften rund um Klimaschutz und Energiewende. Die Auswahl erfolgt gemeinsam mit den Bibliotheken und, im Schulbereich, mit den Lehrenden, damit die Bücher auch im Unterricht genutzt werden können. Lesungen mit passenden Autor:innen sollen das Thema zusätzlich greifbar machen.
Schilder an landwirtschaftlichen Flächen zeigen, was dort wächst und wie sich der Anbau auf den Boden auswirkt. Workshops und Exkursionen zum Thema Humusaufbau richten sich an Landwirt:innen, Privatpersonen und Gemeinschaftsgärten, ergänzt durch die Möglichkeit einer Bodenprobe samt Analyse. Windschutzhecken sollen das Mikroklima verbessern und die Biodiversität erhöhen, zusätzlich wird geprüft, wie der regional anfallende Grünschnitt sinnvoll verwertet werden kann.
Eine eigene Veranstaltungsreihe bringt Gäste aus der Wissenschaftskommunikation in die Region, in unterschiedlichen, auch unkonventionellen Formaten wie einem Live-Podcast im Landgasthaus. Ziel ist es, auch Menschen zu erreichen, die sich bisher kaum mit Klimathemen befasst haben. In Schulen und Jugendzentren ergänzen Workshops zu Themen wie Fast Fashion, Zero Waste oder Gartenbau das Angebot, dazu kommen Exkursionen zu Energieproduktionsanlagen.