Zwoa Gmoan, oan Plan

KLAR! Grat² · Gratkorn & Gratwein-Straßengel

Zwoa Gmoan,
oan Plan.

Von Juli 2026 bis Juni 2028 arbeiten die beiden Gemeinden gemeinsam an zehn Maßnahmen, damit die Region mit mehr Hitze, unsicherer werdendem Wasser und wachsendem Druck auf Wald, Wiesen und Gärten zurechtkommt. Klimawandelanpassung kommt uns allen zugute und es braucht euch, die mitmachen.

  • 2Gemeinden: Gratkorn und Gratwein-Straßengel
  • 21.189Menschen leben in der Region
  • 10Maßnahmen in drei Schwerpunkten
  • 24Monate Umsetzungsphase, 07/2026–06/2028
Teilnehmer:innen bei einer der beiden Mitmachkonferenz.

Gemeinsam Lösungen entwickeln

Die KLAR! Grat² basiert auf Ideen, die in Workshops und Mitmachkonferenzen entstanden und sich aus Gesprächen mit verschiedenen Menschen und Rückmeldungen aus beiden Gemeinden ergaben.

Ausgangslage

Wie wird sich unsere Region Grat² verändern?

Folgende Zahlen geben einen Überblick, wie sich die Klimaveränderung auswirkt: zwischen einem uns von früher gewohnten Zeitraum (1971–2000) und einer Prognose für die Zukunft (Durchschnittswerte für 2041–2070).

Angezeigtes Szenario
  • Hitzetage über 30 °C 3→12Tage/Jahr In den Tallagen unter 400 m steigt der Wert von 6 auf rund 20 Tage.
  • Tropennächte im Tal 0→3Nächte/Jahr Nächte, in denen es nicht unter 20 °C abkühlt. Bisher gibt es sie hier praktisch nicht; bis 2071–2100 wären es 13.
  • Kühlbedarf in Gebäuden 68→198Kühlgradtage Fast das Dreifache. Deshalb geht es in M4 um Beschattung statt Klimaanlage.
  • Jahresmitteltemperatur 8→10°C Zwei Grad wärmer im Jahresmittel. Bis 2071–2100 wären es zwölf Grad.
  • Sommerliche Trockenheit 10→6Jahre Abstand Ein Trockenereignis, das bisher alle zehn Jahre auftrat, kommt dann etwa alle sechs. Bis 2071–2100 alle drei.
  • Stärkster Sommer-Regentag 43→50mm an einem Tag Der Regen kommt seltener, dafür geballter. Was in Stunden fällt, nimmt kein Boden auf – es läuft über den Hang ab.
  • Vegetationsperiode 204→227Tage Der Austrieb rückt vom 2. April auf den 20. März vor. Die Blüte kommt früher, die Spätfröste bleiben – für Obstbäume das eigentliche Problem.
  • Tage mit Schneedecke im Tal 40→19Tage/Jahr Weniger als die Hälfte. Schnee ist auch ein Wasserspeicher, der im Frühjahr langsam abgibt – dieser Puffer fällt weg.
  • Geheizt wird weniger: die Heizgradtage sinken, aber: Was beim Heizen gespart wird, geht beim Kühlen wieder verloren. Die Klimaanlage ist nicht immer die beste Wahl. Wer langfristig Geld sparen möchte, setzt auf eine ausreichende Beschattung, Begrünung und entsiegelte Flächen sowie intelligentes Lüften.
  • Im Winter wird es mehr Niederschlag geben, von Frühjahr bis Herbst tendenziell weniger und dann vermehrt als Starkregen oder Gewitter, was die Hochwassergefahr erhöht. Die ungleiche Regenverteilung setzt den Böden und der Vegetation, also Land- und Forstwirtschaft, zu. Wasser-sparen und in der Fläche halten, ist daher wichtig.
  • Frosttage gehen zurück, Frost-Tau-Wechsel ebenfalls – das entlastet Straßen und Mauerwerk. Aber Spätfröste können Ernten gefährden, wenn die Blüte aufgrund eines milden Frühjahrsstarts bereits eingesetzt hat.
  • Höhere Temperaturen und längere Hitzephasen sind die neue Normalität, was die körperliche Belastung, Auswirkung auf Infrastruktur und Waldbrandgefahr erhöht. Es ist daher wichtig, auf sich und sein Umfeld zu schauen!

Quelle der Zahlen: Klimainfoblatt und Klimaindextabellen für die Region, Zeitraum 2041–2070 gegenüber 1971–2000, jeweils Mittelwert über alle Klimamodelle.

Schwerpunkt

Netzwerk & Vorsorge

Gemeinsam statt einsam!

Anpassung passiert nicht im Gemeindeamt, sondern in unserem Alltag, in Betrieben, Vereinen, Gärten und Feuerwehrhäusern.

Schwerpunkt Hitze

Kühl bleiben, wenn es heiß wird

Drei Maßnahmen, die zusammengehören: Menschen schützen, Plätze und Straßen kühler machen, Gebäude so bauen und sanieren, dass sie die Wärme draußen lassen.

Mobile Bäume am Hautplatz in Judendorf-Straßengel

Schwerpunkt Wasser

Zu viel und zu wenig, oft im selben Jahr

Trinkwasser, Löschwasser, Bewässerung, Hochwasser und der Wasserhaushalt unserer Wälder: In der Region hängt das alles zusammen, wird aber zu wenig gemeinsam betrachtet. Drei Maßnahmen bringen es zusammen.

Bachlauf in der Region bei Niedrigwasser

Schwerpunkt Boden, Wald & Garten · BERG²

Die essbare, artenreiche Region

Zwei Drittel der Fläche sind Wald, dazwischen liegen Streuobstwiesen, Blühflächen und fünf Gemeinschaftsgärten. Drei Maßnahmen kümmern sich darum, dass das so bleibt und mehr wird.

Gemeinschaftsgarten Z'sammen Gartln im Spätsommer - er blüht

Nächster Schritt

Wo du einsteigen kannst

Es braucht nicht für jede Maßnahme dieselbe Art von Beteiligung. Manches ist mit einer Nachricht erledigt, anderes mit einem Nachmittag, und ein paar Dinge tragen nur, wenn jemand über die zwei Jahre dabeibleibt. Sortiert nach dem, was es kostet.

Fünf Minuten

Eine Nachricht ans KLAR!-Management.

  • Informiert bleiben!M1Neuigkeiten und Termine per Newsletter erhalten. Einmal im Monat, jederzeit abbestellbar. Hier anmelden.
  • Umfrage zu Hitze und TrockenheitM2 · M5Deine Erfahrungen helfen bei der Entwicklung des Hitzeaktionsplans und Wasseraktionsplans. Hier zur Umfrage.
  • Hitze-Hotspot meldenM3Gehen in der prallen Sonne, stehen ohne Beschattung: egal ob Radweg, Kreuzung, Spielplatz oder Bushaltestelle. Diese Orte kennt nur, wer regelmäßig dort ist. Das hilft bei der Prioritätensetzung, diese Orte zu kühlen.
  • Gebäudekühlungs-Tipp teilenM4Was hält dein Zuhause im Sommer kühl? Wir sammeln und veröffentlichen gute Beispiele zum klimafitten Bauen und Sanieren.
  • Hausbrunnen-Beobachtung teilenM5Wann ist der Pegel gefallen, wann war der Brunnen leer? Welche Erfahrungen hast du mit der Wassersituation gemacht und wie bist du damit umgegangen? Das hilft bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Sicherung der Wasserverfügbarkeit.
  • Idee zum Wasserrückhalt teilenM6Eine feuchte Senke, ein Grundstück am Bach, eine bestehende Maßnahme: Meld dich, bevor es um die große Umsetzung geht.
  • Feuerwehr über Forstwege informierenM7Zustand der Wege, Kehrmöglichkeiten, Wasserentnahmestellen: Was im Ernstfall zählt, weiß oft nur, wer den Wald täglich nutzt.
  • Waldbefragung ausfüllenM7Für alle mit Wald, egal wie klein. Die Antworten bestimmen, worum es in den nächsten zwei Jahren geht: Borkenkäfer, Wildschaden, Aufforstung oder Mountainbikes.
  • Neophyten meldenM8Riesenbärenklau, Staudenknöterich, Drüsiges Springkraut. Standort durchgeben, das geht in die Bekämpfungsplanung ein.
  • Naturschatz meldenM8Feuchtwiese, Trockenmauer, Tümpel, mächtiger Einzelbaum: Wir möchten die Ökosysteme der Region erfassen, schützen und sichtbar machen.
  • Obstbaum und Streuobstwiese meldenM9Apfel, Birne, Zwetschke, Kirsche, ein alter Baum oder eine ganze Wiese: Standort und Foto genügen. Bei Interesse folgt eine Sortenbestimmung durch die KLAR!.
  • Garten abgeben oder suchenM10Ein Garten, den du nicht mehr selbst bewirtschaften kannst, oder ein Stück Grün, das dir fehlt: Die KLAR! vermittelt Gartenbesitzer:innen und Suchende.

Ein Termin

Einmal hingehen, Informationen holen, mitdiskutieren und -planen. Hier zu den aktuellen Terminen.

  • Klimapionier:in werden – der FototerminM1Du hast im Betrieb, am Hof oder daheim schon etwas umgestellt? Ein kurzer Termin für Foto oder Interview reicht, den Rest übernimmt die KLAR!. Wir planen eine Ausstellung.
  • Beim Klimastammtisch vorbeischauenM1Austausch mit Expert:innen und engagierten Menschen, Planung gemeinsamer Aktionen oder einfach nur wissen, was im Bezug auf das Klima aktuell relevant ist.
  • Vorträge / Workshops für klimafitte Außenflächen-/PlatzgestaltungM3Ideen einbringen und sich von guten Beispielen inspirieren lassen.
  • Vorträge / Workshops für klimafittes Bauen und SanierenM4Ideen einbringen und sich von guten Beispielen inspirieren lassen.
  • WasserforumM5März 2027 und März 2028. Für Wasserverbände, Landwirt:innen, Feuerwehren, produzierendes Gewerbe und andere Wasser-Nutzer:innen: Wie können wir sorgsam mit unserem Wasser umgehen?
  • Vorträge / Workshops über Bodenverbesserung und WasserrückhaltM6Ideen einbringen und sich von guten Beispielen inspirieren lassen.
  • Vorträge / Exkursionen / Workshops für Waldbesitzer:innenM7Ideen einbringen und sich von guten Beispielen inspirieren lassen. Was klimafitte Bewirtschaftung praktisch heißt, zeigen wir vor Ort.
  • Blühwiesen anlegenM8Regionale Sortenmischungen aussäen. Es genügt eine Ecke im Garten, die ab Mai nicht mehr gemäht wird. Dazu gibt es Anleitung, Vorträge und Workshops.
  • Aktionstage gegen NeophytenM8Riesenbärenklau, Staudenknöterich & Co.: An Aktionstagen wird gemeinsam mit lokalen Gruppen angepackt.
  • (Obst-)Bäume pflanzenM9Bei Sammelbestellungen für (Obst-)Bäume und Sträucher mitmachen und Geld sparen. Abholen und am eigenen Grund pflanzen. Dazu gibt es Vorträge und Workshops.
  • Workshops / Vorträge / Feste zum klimafitten GärtnernM10Über das ganze Jahr, auch ohne eigenes Beet. Auch für den Balkon. Wir tauschen und teilen Saatgut, Jungpflanzen, Wissen und Erfahrungen. Wir verkosten die Gartenprodukte und feiern die Artenvielfalt.

Über längere Zeit

Wo es jemanden braucht, der drankbleibt.

  • Ins KlimateamM1Gestalte die Aktivitäten der KLAR! mit – für alle, die in ihrem Verein, Betrieb oder Haus ohnehin gefragt werden, was man jetzt tun soll. Keine Vorkenntnisse nötig.
  • Als Klimapionier:in Ansprechperson bleibenM1Nach dem Foto fragen Nachbar:innen nach, wie du es gemacht hast. Das überzeugt mehr als jede Broschüre oder Ausstellung.
  • Jugendprojekt einreichenM1Ideencalls im Herbst 2026 und 2027. Für alle unter 25 – und es bleibt nicht bei der Idee, die Umsetzung gehört dazu. Die KLAR! unterstützt finanziell und inhaltlich.
  • Erfahrung aus Pflege und Betreuung einbringenM2Wer im Pflegeheim, in der mobilen Betreuung, im Kindergarten oder in einer Ordination arbeitet, hat die letzten Hitzesommer aus nächster Nähe erlebt. Das ist die brauchbarste Grundlage für den Hitzeaktionsplan.
  • Hitze-Buddy werdenM2Nach einer kurzen Schulung schaust du bei Menschen nach dem Rechten, denen Hitze besonders zusetzt – im Netzwerk mit anderen Hitze-Buddys.
  • Einen kühlen Ort öffnenM2Gasthaus, Pfarrsaal, Vereinslokal, Geschäft, Bibliothek: Räume, in denen man sich an einem 34-Grad-Tag hinsetzen darf, ohne etwas konsumieren zu müssen.
  • Wasser auf der eigenen Fläche zurückhaltenM6Grund am Bach, eine feuchte Senke, eine Wiese – egal ob Hochwasserschutz oder Wasserspeicher gegen Trockenheit. Die KLAR! unterstützt Planungen, Fördereinreichungen und Umsetzung.
  • Beim Tomatenzüchtungsprogramm mitmachenM9Ab 2027 werden in mehreren Gärten dieselben Sorten angebaut und verglichen, um herauszufinden, was mit dem künftigen Klima zurechtkommt. Nach der Ernte wird gemeinsam verkostet.
  • Einen Garten zur Verfügung stellenM10Wenn du deinen Garten nicht mehr selbst bewirtschaften kannst oder magst; oder dir vorstellen kannst, ihn mit anderen zu teilen, stelle ihn zur Verfügung. Die KLAR! fädelt den Kontakt ein und berät rechtlich.

Sprechstunden

Gratwein-Straßengel (Generationenhaus, 1. Stock):
Mo., 19.10. & 16.11., jeweils 12–13 Uhr.
Hauptpl. 5, 8112 Gratwein

Gratkorn (Haus im Park, 1. Stock):
Fr., 13.11. & 11.12., 13–14 Uhr.
Dr.-Karl-Renner-Straße 17a, 8101 Gratkorn

Auf Anfrage.

Kontakt

KLAR!-Management Grat²
E-Mail: klar@gratquadrat.at
Telefon: +43 660 48 48 350

Förderung

KLAR! ist ein Programm des Klima- und Energiefonds, abgewickelt von der Kommunalkredit Public Consulting.

Umsetzungsphase Juli 2026 bis Juni 2028.